Stille

Eine der schönsten Eigenschaften des Winters ist die Stille. Stille, die draußen ist, wenn du abends aus der U-Bahn-Station nach oben steigst und es außen kalt und windig und nieselig ist, fast niemand unterwegs außer dir, du hörst nur die Regentropfen auf deiner Kapuze und den Wind, der zwischen den Häusern pfeift und ein paar übrig gebliebene Herbstblätter über den schmutzigen Boden wirbelt. Da sind keine anderen Menschen mehr, nicht mal Autos oder die Straßenbahn, und die Stille von draußen erlaubt es deinem Kopf, die ganze Klangwelt in Beschlag zu nehmen und zu füllen mit der Musik, die gerade in deinem inneren Radio läuft, oder den mehr oder weniger kuriosen Selbstgesprächen, in denen du einem imaginären Freund von deinem Leben erzählst, oder einfach mit – Stille. Eine Leerstelle, die einfach mal leer bleibt und nicht sofort ausgefüllt werden muss, die sich vielleicht ganz langsam und allmählich füllen kann, aber eben nicht notwendigerweise. So mag ich auch kaltwindignieselige Wintertage.

Alle Jahre wieder

Der Blick auf den Kalender zeigt: Es ist schon wieder Mitte November. Gerade war es draußen noch Herbst, von dem man sich erhoffte, dass er warm und golden wird, dann gewöhnt man sich mühselig an die Zeit nach der Umstellung derselbigen, und da hält auch schon der Winter Einzug mit Minusgraden und Schokonikoläusen im Supermarkt. In 40 Tagen ist Heilig Abend, die Eisdiele an der Ecke ist zu einem Laden für Christbaumschmuck umfunktioniert worden, in der Stadt reihen sich bereits zwei Wochen vor Beginn des offiziellen Weihnachtsmarktes Bratwurstbuden an Lebkuchenstände und jeder Werbeslogan fragt mich, ob ich denn schon alle meine Weihnachtsgeschenke zusammen hätte.

Jedes Jahr aufs Neue ist der November so – und jedes Jahr aufs Neue bin ich wieder überrascht, wie plötzlich alles kommt. Der erste Frost, der erste Schnee, die ersten selbstgebackenen Plätzchen, das erste Mal Fluchen, weil die Autobatterie nicht anspringt, die erste Weihnachtsgeschenke-Planungsliste, das erste Mal „Last Christmas“ im Radio, die erste Weihnachtskarte (die mich daran erinnert, wie vielen Leuten ich unbedingt noch schreiben müsste), das erste verpackte Geschenk, der erste Schnupfen und die erste Tasse Glühwein. Dabei kommt alles das zuverlässig alle zwölf Monate wieder, und das hier ist schließlich nicht mein erster Winter. Trotzdem fühlt es sich immer wieder neu, aber gleichzeitig altvertraut an. Das ist eigentlich ein schönes Gefühl. Ich mag den Winter. Bis Neujahr. Und dann kann es von mir aus gerne wieder wärmer werden…

Weihnachtszeit in Mittelerde

Heute ist Nikolaus; das heißt, es geht in wie immer viel zu schnellen Schritten auf Weihnachten zu. Passend zur Jahreszeit ist es draußen bitterkalt und die Schneeflocken tanzen vor dem Fenster; die Lichterkette ums Fenster taucht das Ganze ins richtige Licht. Ich mag diese Zeit; das Beste daran ist nämlich, dass man es sich ganz ohne schlechtes Gewissen und ohne das Gefühl, irgendetwas zu verpassen, zuhause gemütlich machen kann – mit einer Kuscheldecke, einer Tasse Tee und guten Büchern und Filmen macht so ein Wintertag richtig Spaß. Gerade lese ich im „Herr der Ringe“, der mir vor einigen Jahren, als ich ihn das erste Mal in die Finger bekam, überhaupt nicht gefallen hat. Aber jetzt beim erneuten Versuch der Lektüre macht es mir auf einmal richtig Spaß. Der Geschmack ändert sich also doch im Lauf der Zeit. Und nächste Woche, wenn „Der Hobbit“ ins Kino kommt, werde ich eine Ausnahme machen und das Haus trotz Eiseskälte ganz freiwillig verlassen. Und wenn ich nach dem Ausflug nach Mittelerde wieder in meine warme Wohnung zurückkomme, gibts erst mal eine heiße Schokolade – das wird ein guter Tag.

Schnee

     

Es schneit! Und obwohl ich tendenziell eher für Sommer und gegen Winter bin, mag ich den Schnee doch – auch wenn er dieses Mal zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt kam: Am Morgen des Tages, an dem ich mich mit dem Auto auf den 220 km langen Weg zur Geburtstagsfeier meines Bruders machte, der in ca. 600 Höhenmetern wohnt. Was man dabei jeden Winter wieder feststellen kann: Da, wo es viel schneit, sind die Straßen regelmäßig in einem viel besseren Zustand als im wärmeverwöhnten Flachland. Aber ich bin heil hin und wieder zurück nach Hause gekommen und hatte dazwischen viel Spaß mit meiner Familie, Freunden und dem Schnee!