Sommerferien

Den aufmerksamen Leserinnen und Lesern dürfte nicht entgangen sein, dass hier gerade weniger los ist als normalerweise. Der Grund dafür ist einfach: Mein Sommerurlaub hat letzte Woche begonnen und ich kurve bereits durch die Weltgeschichte. Mein Kopf füllt sich mit neuen Eindrücken, doch um es mit Goethe zu sagen: ach! allein es fehlt die Zeit, um diese Eindrücke auch adäquat zu verschriftlichen. Von daher wird es im August hier eher tröpfeln als fließen – aber es geht weiter, versprochen!

Euch allen einen schönen Sommer wünscht
die Lebenliebenlernende

Deadline

Noch zwei Wochen. Dann fängt mein heiß ersehnter Urlaub an. Und dann ist die Hausarbeit fällig, deren Frist seit einem Monat läuft und für die ich schon gefühlt ein halbes Jahr recherchiert habe, so dass mir das Thema so langsam dreifach verdaut aus den Ohren wieder herauskommt. Nachdem ich es nicht hinkriege, mich wirklich an einem freien Tag mal hinzusetzen und mehrere Stunden dran zu bleiben, arbeite ich eben jeden Tag ein Stündchen, oder ein halbes Stündchen, oder für wie viel Zeit ich meinen inneren Schweinehund eben anketten kann. Inzwischen rückt aber unterschwellig die Panik näher, dass ich die Arbeit doch nicht fertig bekomme, dass sie völlig unstrukturiert ist, dass im Grunde nur Banalitäten aneinandergereiht sind, dass der Professor mich durchfallen lassen muss. Und zu all diesem, vermutlich größtenteils selbst fabrizierten Stress kommen noch die anderen Dinge, die ich dringend noch bis in zwei Wochen erledigt haben muss: Das Geschenk zum Geburtstag meines Patenkindes will noch angefertigt werden, die Wohnung grundgereinigt, die Katze kurz vor dem Urlaub aufs Neue mit Cortison versorgt, ich mit der von meiner Ärztin kürzlich dringend angeratenen MMR-Impfung, ach, und dann müssen noch Wäscheberge gewaschen, Bücher in verschiedene Bibliotheken zurückgebracht und alle organisatorischen Details für den Urlaub geplant werden. Das wird ein Spaß.

Urlaubsreif

Tage wie den heutigen braucht man nicht unbedingt. Nur leider kommen sie so häufig vor, dass man eigentlich nicht drumherum kommt. Vormittags über der Hausarbeit für die Uni brüten, die schlimmsten Ecken im Haushalt anpacken (heute: das Katzenklo), schnell etwas zu Mittag herunterschlingen, dann in die Arbeit, sich mit anstrengenden Kollegen herumschlagen, später Mist bauen und sich freuen, dass die Kollegen noch mehr Mist gebaut haben, so dass meiner gar nicht mehr auffällt, spätabends nach Hause kommen, von einer hungrigen und genervten Katze empfangen werden, auf dem Weg zum Katzenfutter feststellen, dass ich morgen dringend neues kaufen muss und sich außerdem der Abwasch in der Küche so stapelt, dass kaum mehr Geschirr im Schrank sein dürfte, trotzdem viel zu geschafft sein, um sich darum heute noch zu kümmern, sich stattdessen mit dem fast leeren Nutellaglas und einem Löffel vor den PC setzen, von Facebook auf banale bis bescheuerte Youtube-Videos weitergeleitet werden und sie trotzdem anschauen, irgendwann später übermüdet ins Bett fallen, ohne wie geplant noch die Gymnastikübungen für eine schöne Figur und weniger Rückenschmerzen gemacht zu haben, deshalb ein schlechtes Gewissen haben, dennoch schnell einschlafen und morgen zu spät und immer noch müde aufwachen. Ich bin wirklich reif für den Urlaub, aber sowas von.