Die Liste – Woche 7 und Abschluss

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

3. Portugiesisch lernen. (noch 3)

O meu Português não é muito bom já, mas eu estou a aprender constante e diligente (na maioria das vezes).

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen. (4 von 10)

Siri Hustvedts „Der Sommer ohne Männer“, mit dem ich vor einem Jahr oder so schon einmal begonnen hatte, aber nie bis zum Schluss kam, habe ich mir jetzt wieder vorgenommen und es dieses Mal auch zu Ende gelesen. Ich mag, wie man in den Gedankenstrudel der Ich-Erzählerin hineingezogen wird, wenn auf einmal Bilder, Gedichtzeilen, Erinnerungen in ihrem Kopf auftauchen. Inhaltlich war es weniger spannend, als ich erhofft hatte, aber formal gefiel es mir (und ich bin in diesem Bereich ausnahmsweise eher konservativ).

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Mit einem spontanen, sehr schönen Zweistundengespräch mit einer alten Freundin, einem kurzen, aber nicht weniger schönen Telefonat mit der besten Freundin von allen und einem unerwarteten Anruf von einer neuen Bekannten hake ich auch diesen Punkt ab.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.


Wie man sieht, ist die Liste inzwischen größtenteils abgehakt, und die zwei noch offenen Punkte sind auch schon in Arbeit. Wobei „abgehakt“ nicht ganz das richtige Wort ist, denn eigentlich geht es in den Punkten auf dieser Liste insgesamt eher um eine veränderte Lebenseinstellung bzw. Grundhaltung zu manchen Dingen als um einzelne, konkrete Handlungen, auch wenn ich das Abhaken immer mit einer solchen Handlung verbunden habe, die aber eher als Initialzündung zu sehen ist und nicht als abgeschlossene Entwicklung. Diese Entwicklung anzustoßen, war die Aufgabe dieser öffentlich gemachten Liste, und ich danke euch Lesern, die ihr mich immer wieder zum Überdenschattenspringen motiviert habt. Aber jetzt hat die Liste ihren Sinn erfüllt, weshalb ich die wöchentlichen Updates hiermit beende. Im Moment fühle ich mich listenfrei ganz wohl. Sollte ich aber einmal wieder an einen Punkt kommen, an dem eine Liste angebracht wäre (und ich mag Listen!), werdet ihr es als erstes erfahren. 🙂

Die Liste – Woche 6

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

3. Portugiesisch lernen. (noch 4,5)

Ich komme nur zögerlich voran. Im Moment sind die Lektionen hauptsächlich Verben, außerdem haufenweise Adverbien, die ich mir (im Gegensatz zu den Adjektiven, die mit Kenntnissen in anderen romanischen Sprachen leicht zu behalten sind) überhaupt nicht herleiten kann und daher wirklich stupide auswendig lernen muss. Da mache ich so manch eine Lektion zwei bis drei Mal, um zumindest einen Teil im Kopf zu behalten.

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen. (3 von 10)

Zwei Seiten von „Les trois Mousquetaires“, die ich endlich mal in der französischen Originalfassung lesen wollte (um gleich noch ein bisschen was für mein eingerostetes Französisch zu tun).  Aber naja, der Vorsatz war größer als die Umsetzung.

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Das Telefon und ich, wir hatten diese Woche einen holprigen Start. Ich wollte: Meine Großtante zum Geburtstag anrufen. Die Mutter einer alten Schulfreundin anrufen, um die neue Adresse ihrer Tochter herauszubekommen, um der eine Karte zu schreiben. Eine weitere alte Schulfreundin anrufen und ein potentielles Treffen besprechen. Eine Bekannte anrufen und sie zum Essen einladen. Leider war wirklich keine der Damen erreichbar, so dass ich die Geburtstagsgrüße so wie die Essenseinladung auf Anrufbeantworter sprach – die anderen beiden Anschlüsse hatten nicht mal eine solche Einrichtung. Aber ich werde es weiter probieren und hoffen, dass mir morgen mehr Erfolg beschieden sein wird.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.

Die Liste – Woche 5

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

3. Portugiesisch lernen. (noch 6)

Ich muss etwas aufpassen, das nicht zu vernachlässigen. Leider neige ich dazu, Dinge euphorisch anzufangen, aber nicht dauerhaft dran zu bleiben. Es ist gut, dass das Progamm protokolliert, wann ich eine Übung mache und mich belohnt, je länger am Stück ich täglich übe. Ein bisschen Druck von außen, und sei es auch nur von einem Computerprogramm, hilft gut gegen meinen inneren Schweinehund.

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen. (3 von 10)

Kein Fortschritt. Ich hatte halbherzig mit einem mittelmäßigen Kitschroman angefangen, den aber schnell wieder beiseite gelegt. Mal schauen, ob mein Bücherregal noch Interessanteres zu bieten hat (mit Sicherheit!).

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

Ich hatte einen großartigen Abend mit einer Freundin, der mit Hugo und selbstgemachter Pizza begann, in „Ella – Verflixt und zauberhaft“ und herzhaftem Gelächter seine Fortführung fand und mit einem der besten schlechtesten Filme überhaupt, „Eine Prinzessin zu Weihnachten“, endete. Es gibt wenig Schöneres als gepflegte DVD-Abende auf dem Sofa mit Schokowaffeln und klischeegefüllten Filmen.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Mit den Fernfreunden klappte das Kontaktieren diese Woche nicht so. Vielleicht in der nächsten.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

Endlich! Geschafft! Dank sei dem netten Belgier und Sam der Katze (oder dem Kater, immer schwierig mit solchen geschlechtsneutralen Namen), die / der den Gesprächsauftakt leichter machte.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

Auch das wäre mit der Spontanlandoderbesserseepartie am Samstag erledigt. Hat Spaß gemacht (zumindest meistens), vielleicht mache ich das mal wieder. Oder was anderes mehr oder weniger Verrücktes.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.

Die Liste – Woche 4

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

3. Portugiesisch lernen. (noch 7,5)

Wie auch bisher bin ich dabei und komme Stück für Stück weiter. Durch das Trial-and-Error-Prinzip, mit dem man bei Duolingo die Übersetzungsaufgaben löst und das mich bei den komplizierteren Themen wie Präpositionen zeitweise verzweifeln ließ, schaffe ich sogar in diesem Bereich inzwischen ein paar Sachen ganz intuitiv. Es ist befriedigend, wenn man merkt, wie man langsam Sprachgefühl aufbaut.
Im Übrigen habe ich beschlossen, mir auch für diesen Punkt eine messbare Grenze zu setzen, sonst bekomme ich die Liste ja nie erledigt: Ich werde diesen Punkt abhaken (und trotzdem weiterlernen), wenn ich in der App die nächste „Prüfstelle“ erreicht habe (das ist ein Punkt, an dem man als User mit Vorkenntnissen in der Sprache einen kleinen Test machen kann, um zu zeigen, dass man die Kenntnisse, die vorher vermittelt werden, schon hat, so dass man direkt von dort einsteigen kann und nicht mit den Grundlagen anfangen muss). Bis dorthin sind es noch siebeneinhalb Vokabeleinheiten.

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen. (3 von 10)

Keine Fortschritte in diesem Bereich. Gelesen habe ich diese Woche nur in meinen Studienbriefen und in einem Reiseführer, aber auch den habe ich noch nicht durch.

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

Und wieder eine Woche, in der abgesehen vom Schornsteinfeger niemand meine Wohnung betreten hat. Aber ich habe vor, das am kommenden Wochenende zu ändern. Immerhin habe ich mein Patenkind und meinen Vater besucht.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Ich schrieb eine Karte an die Lieblingsmenschin; es gibt aber noch ein paar Menschen, bei denen ich mich gerne mal wieder melden würde, weil Freundschaften und Bekanntschaften so leicht einschlafen können, wenn man sich nicht gelegentlich aufrafft. Vielleicht schaffe ich das ja in dieser Woche.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

Nö.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

Ehrlich gesagt, das aktuelle Wetter hat mich nicht gerade dazu motiviert, nach draußen zu gehen und verrückte Dinge zu unternehmen. Ich warte noch auf Sonnenschein.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.

Die Liste – Woche 3

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

3. Portugiesisch lernen.

Vor lauter sozialer Verpflichtungen habe ich es gar nicht geschafft, großartig weiter mit meinem Portugiesisch zu kommen. 413 Wörter hätte ich jetzt in meinem Wortschatz, sagt das Programm, aber an der aktuellen Vokabeleinheit hänge ich jetzt schon mehrere Tage. Trotzdem versuche ich, jeden Tag wenigstens fünf Minuten zu investieren, damit ich zumindest nichts vergesse.

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen. (3 von 10)

Zeit zum Lesen war leider nicht besonders viel übrig. „Über die Revolution“ ist auch schon ganz schön schwere Kost, damit werde ich noch ein Weilchen beschäftigt sein. Dafür habe ich zwischendrin noch schnell ein kurzes E-Book („Gefährliches Talent“ von Aaron und Charlotte Elkins, ein netter Krimi für zwischendurch, aber ohne besonders ausgefallene Wendungen) verschlungen. Ja, das stand genau genommen nicht im Regal herum, aber wir wollen mal nicht päpstlicher als der Papst sein.

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

Besuch bei mir hatte ich nicht. Aber ich besuchte spontan eine liebe alte Bekannte, die ich schon lange nicht mehr sah und die sich sehr freute, als ich einfach so vor der Haustür stand.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Zum Schreiben und Telefonieren kam ich abgesehen von einer Geburtstagskarte nicht großartig. Dafür traf ich Menschen live, das ist ja eigentlich noch viel besser.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

Auf so richtig richtig fremde Menschen ging ich nicht zu. Dafür fühlte ich mich (beinahe wider Erwarten) sehr wohl auf einer Geburtstagsparty, auf der mir nur das Geburtstagskind selbst bekannt war, alle anderen Gäste sich aber untereinander kannten. Normalerweise mag ich solche Situationen nicht besonders, dieses Mal gab es aber wirklich gute Unterhaltungen ohne peinliche Schweigesekunden und ausschließende Gesprächskreise.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

Ja… nee. Keine Zeit für geplante Verrücktheiten, und ungeplante Verrücktheiten kamen nicht vor.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.

Ohne näher ins Detail gehen zu wollen: Erledigt. Getrunken habe ich, geflirtet auch, mich ziellos durch die Stadt treiben lassen und den vorbereiteten Plan einfach ignoriert. Für meine Verhältnisse ist das Leichtigkeit pur.

Die Liste – Woche 2

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

3. Portugiesisch lernen.

Siehe letzte Woche. Ich versuche, jeden Tag zumindest ein kleines bisschen zu üben. Duolingo sagt, ich könnte inzwischen immerhin 385 Worte.

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen. (2 von 10)

Ich bin dran. Immerhin zwei Bücher habe ich geschafft: „Die Sterne von Paris“ von Idwal Jones, ein Koch-Roman, den ich zu Weihnachten geschenkt bekam, und „Der Eid der Kreuzritterin“ von Ricarda Jones, eine einigermaßen vorhersehbare, aber kurzweilige historische Liebesgeschichte. Angefangen habe ich mit „Über die Revolution“ von Hannah Arendt, was ich mir zu Weihnachten wünschte und bekam, aber – wegen zeitweiliger hausarbeitsbedingter Arendt-Überflutung – noch nicht in Angriff nahm. Es ist sowieso schöner, Bücher dann zu lesen, wenn man es nicht muss.
Um diesen Punkt auf der Liste übrigens irgendwann einmal abzuhaken, habe ich mir ein messbares Ziel gesetzt: Ich möchte zehn Bücher lesen, wobei unter diese Zählung nur solche Bücher fallen, die ich nicht wegen des Studiums lese, sondern aus Privatvergnügen.

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

Das kriege ich tatsächlich zur Zeit ganz gut hin. Ich mag die Momente, in denen es „klick“ macht, weil Verbindungen hergestellt werden. Einen solchen Moment hatte ich witzigerweise bei der Lektüre des besagten Historienschinkens aus Punkt 4, weil in diesem an einer Person die Standesproblematik dargestellt wird, also ein junger Mann, der zwar talentiert ist und das Zeug zu einem guten Ritter hätte, aber leider im falschen Stand – also als Knecht – geboren wurde und entsprechend keine Chance hat, seine Talente einzusetzen und damit bessere bzw. weitreichendere Chancen im Leben zu bekommen. Nun habe ich einen kompletten Studienbrief, in dem es um die ständische Ordnung Alteuropas geht – und ging bei der Kitschlektüre dann gleich im Geiste durch, inwieweit die Darstellung dort den tatsächlichen historischen Gegebenheiten entspricht. Auf diese Art und Weise geht das Wissen doch viel leichter und angenehmer ins Hirn als durch schnödes Auswendiglernen.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

Leider nein.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Geburtstagsgrüße an eine alte Bekannte habe ich geschrieben und eine nette Antwort zurückbekommen, außerdem eine lange Mail von einer anderen alten Freundin. Außerdem habe ich zwei liebe Menschen versucht, anzurufen, aber niemand war zuhause. Naja, zumindest der gute Wille war da.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

Das… habe ich mich doch noch nicht getraut.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

Keine Verrücktheiten diese Woche, jedenfalls keine größeren und erwähnenswerten.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.

Getrunken habe ich. Daraus entsprang zwar weder ein Flirt noch eine grundlegende Leichtigkeit, sondern tiefschürfende Gespräche über den freien Willen, Phobien, Massentierhaltung und Schlupflöcher in den Regeln für Bio-Bauernhöfe… aber immerhin war es ein netter Abend mit netten Kollegen.

Die Liste – Woche 1

Letzte Woche habe ich eine To-Do-Liste aufgestellt. Und auf den Wunsch von guinness44 kommt hier der Rückblick auf die erste Woche mit der Liste:

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

Urlaub gibt es erst im Sommer. Aber die Reise ist gebucht, und ich stecke mitten in der Planungsvorfreude. Madeira, ich komme! (Und weil ich die Reisevorbereitungen ausreichend finde, um zu garantieren, dass ich diesen Punkt auch umsetze, hake ich ihn jetzt schon ab. Bis August ist es schließlich noch so lange hin.)

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

Naja, genau genommen habe ich diesen Punkt schon erfüllt, bevor ich die Liste veröffentlichte – das vorletzte Wochenende verbrachte ich genau so, wie ich es wollte. Das Osterwochenende war sehr schön und relaxt, aber endete vorzeitig wegen Arbeitsverpflichtungen. Ich betrachte diesen Punkt trotzdem als abgehakt, allerdings mit dem Plan, meine freien Tage häufiger so zu gestalten.

3. Portugiesisch lernen.

Ich bin und bleibe dran. Dabei hilft mir duolingo, ein kleines Programm, das es sowohl als Internetseite als auch als App gibt und konzipiert ist, um Einsteigern ganz ohne Vokabellisten und Grammatiktabellen eine Sprache näher zu bringen. Inzwischen bin ich allerdings so weit fortgeschritten, dass ich mir demnächst eine kleine Grammatik besorgen werde, weil die Regeln allmählich zu komplex werden, als dass ich sie ganz intuitiv und ohne Erklärung verinnerlichen könnte. Aber ich möchte zumindest so viel können, um mich rudimentär auszudrücken und leichte Erklärungen, Schilder et cetera zu verstehen.

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen.

Huh. Überhaupt kein Fortschritt. Ein Buch pickte ich mir heraus und schaffte gerade einmal das Herausgebervorwort, und zwischenzeitlich wurde ich mit einem weiteren Roman beschenkt. Irgendwie ist nicht so viel Lesezeit da.

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

Ich gebe mir Mühe. (Und schreibe trotzdem gerade lieber einen Blogeintrag als eine Übungsaufgabe zum Thema Alteuropa.) Dieses Semester gibt es „Einführung in die Geschichtswissenschaft“; den Plan, parallel noch eine Hausarbeit in Literaturwissenschaft zu schreiben, habe ich schon so gut wie abgehakt. Geschichte ist schon interessant. Aber wahnsinnig viel Stoff, und im Moment fühlt es sich eher wie „ich sollte dringend mal weiterlernen, sonst wird das nie was mit der Klausur“ und nicht wie „yeah, endlich wieder eine Stunde Zeit für die Ständegesellschaft im Mittelalter!“ an.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

Besuch hatte ich keinen. Eingeladen habe ich auch niemanden, mal abgesehen von der Einladung an die beste Freundin, die schon seit längerem offen ist und wegen vollen Terminkalendern beiderseits noch nicht eingelöst wurde. Aber ich war über Ostern bei meiner Familie und Menschen, die wie Familie sind, womit zumindest der letzte der drei Punkte abgehakt wäre. Aber den kann man sich eigentlich täglich neu vornehmen.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Hm. Eher nicht so. Ein paar Oster-SMS und ein überfälliger Anruf, den ich schon seit zwei Wochen machen will und an den ich jedes Mal nur zu unpassenden Zeiten denke. Da ist noch Luft nach oben.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

Auch nicht. Eigentlich hatte ich eine ziemlich introvertierte Woche. Mist.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

Das Verrückteste, das ich in der letzten Woche tat, war… am Ostersonntag völlig overdressed in der Arbeit aufzukreuzen, weil eben Ostern war und ich sonst nie eine Gelegenheit habe, das wunderschöne Kleid mal auszuführen. Okay, ist noch nicht wirklich verrückt, ich gebe es zu.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.

Trinken: Ein Glas Wein. Flirten: Nur wenn ein kokettierender Blickwechsel mit einem Arbeitskollegen zählt, der mit allem flirtet, was zwei Beine und zwei Brüste hat. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind: Im Moment bin ich gegenüber ziemlich vielem ziemlich gleichgültig. Immerhin nehme ich die Dinge nicht extraschwer, aber von der erwünschten Leichtigkeit bin ich weit entfernt. Gerade ist es eher regenwolkengrau als himmelblau.