Österreichisches Fundstück

Letztes Wochenende war ich auf einer Präsenzveranstaltung für mein Studium, auf dem ein österreichischer Kommilitone, gefragt nach der politischen Situation in Österreich, sinngemäß antwortete, es sei zwar prinzipiell alles besch***en, man müsse allerdings bedenken, dass Österreich kleiner als Bayern und die Situation dort deshalb trotzdem nicht wirklich relevant sei.

Von dieser Interpretationsweise mag man halten, was man will; ich habe mich jedenfalls gefreut, als ich über piqd auf eine Rede gestoßen bin, die der Schriftsteller Michael Köhlmeier anlässlich des Gedenktags gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus vor dem Österreichischen Nationalrat hielt. Er nutzt seine Rede nicht nur, um an vergangene Gräueltaten zu erinnern, sondern auch, um vor Wiederholungen in anderer Form zu warnen. Der wohl wichtigste Satz seiner Rede: „Zum großen Bösen kamen die Menschen nie mit einem großen Schritt, sondern mit vielen kleinen, von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung.“

Diese Erinnerung scheint mir sehr wichtig, hilfreich und nötig zu sein in Zeiten, in denen Ministerpräsidenten auch hierzulande munter Religionen gegeneinander ausspielen, Polizeibehörden die umfangreichsten Eingriffsrechte seit 1945 bekommen sollen, von der Bundesregierung geplant wird, Menschen in Lagern zu konzentrieren und ehemalige Minister sich öffentlich darüber echauffieren, dass Menschen rechtsstaatliche Mittel nutzen.

Rosaschleifenkrafttier

 

Manny

Das ist Manny. Manny entstammt einer, sagen wir Coproduktion von Mo Beumers, Käthe Knobloch und MmeContraire und ist der Bruder von Spanky. Aber während Spanky auf Sexismus, Veridyllisierung, Konsumterror und dergleichen hinweist, soll Manny für ein anderes, sehr wichtiges Thema sensibilisieren: Es geht um den Kampf gegen Brustkrebs. Ich habe meine Großmutter an Brustkrebs verloren und bei meiner Großtante die Folgen der schlecht dosierten Therapie beobachten können – in den Sechzigern wurde die Bestrahlung noch wenig gezielt eingesetzt und legte zwar den Tumor, aber auch den kompletten Stoffwechsel lahm. Eine weitere Großtante hatte vor längerer Zeit damit zu kämpfen, meine Tante erst vor kurzem und auch im Bekanntenkreis gibt es mehr als einen Brustkrebsfall. Mich hat Manny daran erinnert, dass ich gleich morgen einen Arzttermin ausmachen werde, zur Vorsorge. Das habe ich in der letzten Zeit etwas schleifen lassen. Aber da seit einigen Monaten diese Form von Krebs nicht nur in der väterlichen, sondern auch in der mütterlichen Verwandtschaftslinie aufgetaucht ist, ist die Vorsorge besonders wichtig. Je früher Veränderungen erkannt werden, umso höher sind die Heilungschancen. Und der Krebs spezialisiert sich nicht auf eine Altersklasse – auch in jungen Jahren sollte man ohne Angst, aber mit Achtsamkeit mit sich und seinem Körper umgehen, gerade, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht. Manny zeigt dafür Schleife. Und ich telefoniere morgen früh mit meinem Frauenarzt.