Novemberblues

November, du alter Schlingel! Du weißt vermutlich schon, dass ich dich nicht gerade sympathisch finde. Wenn du näher rückst, bringst du im Allgemeinen Kälte, Dunkelheit, trübes Wetter und Vorweihnachtsstress mit. Dieses Jahr hast du es besonders gut gemeint und außerdem noch ein kaputtes Auto und Überstunden en masse dabei – herzlichen Dank auch. Aber gerade, als ich endgültig mit dieser Woche und eigentlich dem ganzen Monat abschließen und ihn unter der Kategorie „Möff“ einsortieren wollte, beschertest du mir noch schnell einen Lichtblickmoment, oder besser: einige PeterLichtBlickMinuten, die einen rundum doofen Tag doch noch versöhnlich ausklingen ließen. November, du Schlawiner, vielleicht bekommst du doch noch eine zweite Chance.

Alle Jahre wieder

Der Blick auf den Kalender zeigt: Es ist schon wieder Mitte November. Gerade war es draußen noch Herbst, von dem man sich erhoffte, dass er warm und golden wird, dann gewöhnt man sich mühselig an die Zeit nach der Umstellung derselbigen, und da hält auch schon der Winter Einzug mit Minusgraden und Schokonikoläusen im Supermarkt. In 40 Tagen ist Heilig Abend, die Eisdiele an der Ecke ist zu einem Laden für Christbaumschmuck umfunktioniert worden, in der Stadt reihen sich bereits zwei Wochen vor Beginn des offiziellen Weihnachtsmarktes Bratwurstbuden an Lebkuchenstände und jeder Werbeslogan fragt mich, ob ich denn schon alle meine Weihnachtsgeschenke zusammen hätte.

Jedes Jahr aufs Neue ist der November so – und jedes Jahr aufs Neue bin ich wieder überrascht, wie plötzlich alles kommt. Der erste Frost, der erste Schnee, die ersten selbstgebackenen Plätzchen, das erste Mal Fluchen, weil die Autobatterie nicht anspringt, die erste Weihnachtsgeschenke-Planungsliste, das erste Mal „Last Christmas“ im Radio, die erste Weihnachtskarte (die mich daran erinnert, wie vielen Leuten ich unbedingt noch schreiben müsste), das erste verpackte Geschenk, der erste Schnupfen und die erste Tasse Glühwein. Dabei kommt alles das zuverlässig alle zwölf Monate wieder, und das hier ist schließlich nicht mein erster Winter. Trotzdem fühlt es sich immer wieder neu, aber gleichzeitig altvertraut an. Das ist eigentlich ein schönes Gefühl. Ich mag den Winter. Bis Neujahr. Und dann kann es von mir aus gerne wieder wärmer werden…