Beijing II – Schönheit

Auch wenn ich eigentlich zum Arbeiten in Peking war, blieb dennoch genügend Zeit, um die Stadt zu erkunden. Dabei fand ich Pracht und Armut sehr nahe nebeneinander – für mich ist Peking eindeutig eine Stadt der Gegensätze. Eine der deutlichsten Erinnerungen ist ein Café, in dem ich mit meiner Lieblingskollegin eine kleine Pause einlegte: Die Einrichtung war typisch shabby chic, unterschiedlichste Möbelstücke, aber alle hübsch und gepflegt, an den Wänden alte Blechschilder mit amerikanischen Werbeslogans und auf antik getrimmte Landkarten der USA. Es gab leckeren Kaffee zu westlichen Preisen, appetitlich anzusehenden Cheesecake und das Passwort für das WLAN gleich auf dem Kassenzettel. Und erst nachdem wir uns einen Platz auf der Dachterrasse gesucht, die kunstvollen Muster im Cappucchino-Schaum bewundert und die Aussicht auf die Wolkenkratzer fotografiert hatten, fiel uns das Nachbardach auf, auf dem inmitten von Gerümpel ein totes Huhn in der Sonne lag, das wohl aus dem kleinen Maschendrahtverschlag ausgebrochen war, der an der Hauswand lehnte und noch einige weitere Hühner beherbergte.

Inselimpressionen