Verschnupft

Ich habe die Nase voll von Leuten, die behaupten, sie hätten sich um alles gekümmert und dich dann mit der Arbeit alleine stehen lassen. Ich habe keine Lust mehr auf Lügen, auf falsche Versprechungen, auf einfache Scheinlösungen. Ich mag keine Vorgesetzten, die ihre Untergebenen für ihre eigene Unorganisiertheit zusammenstauchen und keine Menschen, die dir ins Gesicht lächeln und später über dich lästern. Mich stört die Ist-mir-doch-egal-, die Nach-mir-die-Sintflut-Haltung, die Verantwortungslosigkeit bei Personen, die Verantwortung tragen. Mich nervt Kurzsichtigkeit, Konsequenzen nicht bedenken, Applaus kassieren für die harte Arbeit von anderen. Ich verzweifle an Borniertheit, auch an Fatalismus und besonders an Dummheit, an Nicht-nachdenken-wollen, an Leuten, die ihre eigenen Privilegien tunlichst zusammenhalten und sich nicht einen Deut um das Wohl anderer scheren. Gerade kommt einiges zusammen.

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15 Kommentare zu “Verschnupft

  1. Oh ja. So bekannt. Und dann wir, die wir uns alles zu Herzen nehmen und an allen Ecken die Brände löschen. Ich würde gerade jeden deiner Sätze vorbehaltlos unterschreiben. Und wünsche dir die nötige Gelassenheit für die jeweilige Situation! Dass man sich für andere und wegen anderen kaputt macht, bekommt man nämlich nicht gedankt. Alles Liebe, Mme C.

    • Liebe Mme Contraire, das mit der Gelassenheit ist eine gute Idee – klappt nur nicht immer. Leider würden die Brände, um in der Metapher zu bleiben, andere treffen und nicht die Zündler, wenn ich nicht löschte – in meinem kleinen Arbeitsumfeld, in der großen Politik kann man ja doch nur fassungslos dem Brennen zusehen. Alles Gute für dich und nicht unterkriegen lassen.

  2. Bitte nicht verzweifeln, wie meine Vorredner kenne auch ich das Syndrom zur Genüge und weiß, dass Gelassenheit gerade unmöglich ist. Aber vielleicht hilft, sich selbst ein bisschen zu befreien, die eigene Überlastung laut zu machen, nein zu sagen, wenn noch eine Aufgabe oben drauf kommen soll … ? Das entlädt den Dampf, ein klitzekleines bisschen zumindest. Wünsch dir starke Nerven und lass ein paar liebe mitfühlende Grüße hier, Doris

    • Liebe Doris, das Problem ist kein Berg, das Problem ist Chaos – zumindest, was den beruflichen Teil des Ärgers ausmacht. Der Rest Ärger bezieht sich mehr oder minder auf die Weltgeschichte allgemein. Wahrscheinlich sollte ich mir eine gepflegte Geht-mir-am-Allerwertesten-vorbei-Haltung zulegen, aber das widerspricht meinem Denken zutiefst. Manchmal muss der ganze Frust einfach raus – heute geht es mir aber schon wieder viel besser. 🙂 Liebe Grüße auch an dich!

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