Löwenherzen

„Ich kann aber nicht töten“, sagte Jonathan, „das weißt du doch, Orwar!“
„Nicht einmal, wenn es um dein eigenes Leben geht?“, fragte Orwar.
„Nein, nicht einmal dann“, sagte Jonathan.
Das konnte Orwar nicht verstehen und auch Matthias konnte es kaum begreifen.
„Wenn alle wären wie du“, sagte Orwar, „dann würde das Böse ja bis in alle Ewigkeit herrschen!“
Aber da sagte ich, wenn alle wären wie Jonathan, dann gäbe es nichts Böses.

Seit langem einmal wieder habe ich heute in meinem Lieblingskinderbuch gelesen: „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren ist zwar für Kinder geschrieben, erzählt von zwei Kindern und aus der Perspektive eines Kindes, aber es enthält so viele weise Sätze und Vorstellungen, dass ich es auch als Erwachsene gerne lese und sogar immer noch ein Tränchen dabei verdrücke. Wenn es einen literarischen Helden gibt, den ich für seinen Mut und für seine Menschlichkeit gleichermaßen bewundere, dann ist das Jonathan Löwenherz – dicht gefolgt von seinem Bruder Karl, der beweist, dass man auch mutig sein kann, wenn man eigentlich furchtbare Angst hat.

„Krümel Löwenherz“, sagte Jonathan, „hast du Angst?“
„Nein… doch, ich habe Angst! Aber ich tue es trotzdem, Jonathan, ich tue es jetzt… jetzt… Und dann werde ich nie wieder Angst haben.“

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3 Kommentare zu “Löwenherzen

  1. Astrid Lindgren ist auch für jeden Erwachsenen eine bereicherung. Alleine, wenn ich an „Mio, mein Mio“ denke. Und zu den Löwenherzen fällt mir der schöne Satz ein: Mut ist nicht das Fehlen von Angst. Er ist die Kraft, die Angst zu überwinden.

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