Von der Liebe

… Sieh, Liebster, ich habe immer gewußt – schon als Gör -, daß ich wirklich nur existieren kann in der Liebe. Und hatte gerade darum solche Angst, daß ich einfach verloren gehen könnte. Und nahm mir meine Unabhängigkeit. Und bei der Liebe der andern, die mich für kalt erklärten, dachte ich immer: habt ihr ’ne Ahnung, wie gefährlich das ist und für mich wäre.
Und als ich Dich dann traf, da hatte ich endlich keine Angst mehr – nach jenem ersten Schreck, der eigentlich noch ein Kinderschreck war und sich nur erwachsen aufspielte. Immer noch scheint es mir unglaubhaft, daß ich beides habe kriegen können, die „große Liebe“ und die Identität mit der eigenen Person. Und habe doch das eine erst, seit ich auch das andere habe. Weiß aber nun endlich auch, was Glück das eigentlich ist…

[Genf, 18. September 1937, Hannah Arendt an Heinrich Blücher]

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7 Kommentare zu “Von der Liebe

  1. Wie sich doch alles im Leben wiederholt. Sei es in Hannah`s Leben oder in irgend einem anderen Menschenleben. So wiederholen sich auch die schönen und wertvollen Dinge, die erst das Leben ausmachen. Ich selbst bin auch um dieses Glück dankbar und wünsche es einem jeden Menschen dieser Erde 😉

    Dir wünsche ich nun einen wunderbaren Tag heute mit vielen Wohlfühlmomenten und ohne Weihnachtsstress um dich herum.
    Liebe Grüße
    Heike

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