Parallelwelten

Mit jeder Entscheidung entsteht ein neues Universum.

In einer Welt bin ich noch mit meinem Exfreund zusammen. In einer anderen habe ich ihn nie kennengelernt. Irgendwo war ich nach dem Abitur für ein Jahr auf den Philippinen, und woanders als Aupair in Frankreich. Es gibt eine Welt, in der ich einen anderen Beruf erlernt habe und eine, in der ich eine Mappe für die Bewerbung an der Kunsthochschule abgab. In einem Universum habe ich meinen Job nach dem ersten Jahr gekündigt, um woanders neu anzufangen, in einem anderen habe ich nach der Ausbildung eine sicher-langweilige Stelle angenommen. Es gibt die Welt, in der ich meine Großtante noch einmal besucht habe, bevor sie starb, und die, in der ich dieser Freundin ehrlich sagte, dass ich ihren Freund furchtbar finde, bevor sie ihn heiratete.

Jede Entscheidung öffnet ein Universum. Aber eines ist ihnen allen gemeinsam: Die Frage, ob das hier wirklich die beste aller Welten ist.

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7 Kommentare zu “Parallelwelten

    • Ich habe nichts von alledem gemacht. Aber ich habe ernsthaft drüber nachgedacht und mich dann für andere Alternativen entschieden. Die Frage, um die es mir ging, ist die, wie andere Entscheidungen in bestimmten Lebenssituationen das weitere Leben bestimmt hätten. Also völlig unproduktive Hätte-hätte-Fahradkette-Gedanken 😉

      • Ich finde das überhaupt nicht unproduktiv. Aus jeder Entscheidung nimmt man etwas mit. Wichtig ist, dass man sich überhaupt entschieden hat. Sehr häufig ist das schon ein großer Erfolg. Viele schaffen das nicht und es muss ihnen die Entscheidung abgenommen werden.

        Wenn ich mir die „Was wäre wenn…“ Frage stelle, dann muss ich immer wieder feststellen, dass ich die Alternativen viel zu positiv darstelle bzw. Alternative vorstelle, die mir in der Realität auch bei größter Phantasie nie zur Verfügung standen. Wenn ich dann wieder Realität Einzug halten lasse, dann ist die Alternative gar nicht mehr so toll.

        Nimm z. B. Dein Beispiel der Philippinen. Ich stelle mir da die große, weite Welt vor. Super Wetter, freundliche Menschen, man lernt eine andere Kultur kennen. Man lernt tolle Menschen kennen, mit denen man sein Leben lang Kontakt hält, etc. Kann sein, dass es so gekommen wäre, kann aber auch sein, dass Du gleich am ersten Tag überfallen worden wärest. Dass Du in einen schlimmen Taifun gekommen wärst, dass Du von der Armut oder dem Reichtum total geschockt gewesen wärst, etc.

        • Das ist ein guter Ansatz, also, dass bereits das Entscheidungen treffen an sich produktiv ist. Ich bin nur manchmal gut darin, manche (auch wichtige) Entscheidungen in meinem Leben waren keine klaren „das will ich und das nicht“-Ansagen, sondern eher so ein Fluss, in den ich irgendwie reingeraten bin und wo ich zwar die Möglichkeit hatte, auszusteigen, aber es war viel angenehmer, sich einfach mitziehen zu lassen. Trotzdem bereue ich nur wenig. Zumindest kann ich sagen: Ich habe zwar nicht alles gemacht, was ich machen wollte, aber auch nichts, was ich nicht machen wollte.

          • Und das ist viel mehr, als was andere sagen können. Es ist letztlich auch nur eine sehr dünne Linie zwischen flexibel und stur bzw. weich und gradlinig.

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