Grenzgänger

Grenzgänger

Wandeln auf Seilen

Zwischen den Stühlen

Setzen sich mal hier, mal dort

Ohne jemals lange zu verweilen

Wechseln Standpunkte und Perspektiven

Wollen von vorne und hinten und links und rechts betrachten

Sind überall bekannt

Aber nirgends zuhause

Verbinden

Verknüpfen

Und tanzen auf dem Netz

Das Streben hat, aber keinen Mittelpunkt

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20 Kommentare zu “Grenzgänger

          • Ist definitiv etwas dran. Ich war angekommen, wurde nur durch einen Schicksalsschlag wieder „heraus befördert“

            Und nun wieder der Tanz auf dem Seil

          • Heimat ja, Grenze nein. Grenzen hat der Grenzgänger doch schon genug, dabei mag er sie gar nicht und möchte viel lieber die Gemeinsamkeiten verbinden und über die Unterschiede diskutieren. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem sich jeder in sein vertrautes Territorium zurückzieht und nur der Grenzgänger bleibt auf der Grenze sitzen, weil er sonst keinen Ort hat, und dann bleibt er ihr notgedrungen, aber sie im Stillen verfluchend, eben treu.

  1. Ohne einen alles zusammenhaltenden Mittelpunkt stürzt der waghalsigste Grenzgänger irgendwann ab. Um manchen ist es sehr schade, weil der Seiltanz so schön anzusehen ist. Doch wo die ruhende Mitte sein sollte ist da nur dieses klaffende Loch. Herzmittige Grüße, Ihre Frau Knobloch.

    • Da haben Sie wohl Recht, Frau Knobloch. Aber ich glaube, dass es nach dem Absturz möglich ist, in der Mitte Stein für Stein ein Fundament, einen Mittelpunkt aufzubauen, der den tanzenden Grenzgänger wieder nach oben befördern kann, in den Mittelpunkt des Netzes, und ihm ermöglicht, wieder daran anzuknüpfen, nur dieses Mal von einer stabilen Basis aus.

        • Glauben Sie, dass der Mittelpunkt von anderen erbaut wird? Ich war mir umgekehrt sicher, dass dies eine Aufgabe ist, bei der andere zwar unterstützend im Hintergrund wirken können, die aber letztendlich nur vom Tänzer selbst gemeistert werden kann.

          • Sicher muß der abgestürzte mittun. Nur Fremdhände allein genügen nicht. Aber das erste Wirken, quasi der erste Stein, der erste sichere Haltefaden, der kommt wohl von helfender Hand. Ich denke, die meisten Tänzer sind nach so einem Absturz viel zu benommen, um nach oben, zum Lichte hinschauen zu können.

          • Ja, dem kann ich zustimmen. Den Blick nach oben zu richten, die Bausteine zu zeigen, dafür sind helfende Hände beinahe unverzichtbar. Aber das Stein auf Stein setzen, dass muss der Tänzer alleine tun. Es ist mühselig und es dauert lange, aber was ein ordentlicher Mittelpunkt werden will, braucht eben Zeit. Fremdgebautes ist verführerisch, weil schneller fertiggestellt und mit viel weniger Arbeit verbunden, aber dieser Mittelpunkt wäre trügerisch und würde früher oder später in sich zusammenfallen – und der zweite Absturz träfe den Tänzer viel härter als der erste, weil dieses Mal ja ein vermeintlicher Halt vorhanden war.

          • Dem stimme wiederum ich vorbehaltlos zu. Die helfenden Hände gleichen eher denen von Dirigenten, Taktgeber, Sachtanstubser, wie auch immer. Jeder, der schon mal auf Fremdgebautes vertraute, weiß wie wackelig solche Wolkenkuckucksheime sind. Und wie der laueste Wind den Absturz herbeiführen kann.

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