Die Liste – Woche 1

Letzte Woche habe ich eine To-Do-Liste aufgestellt. Und auf den Wunsch von guinness44 kommt hier der Rückblick auf die erste Woche mit der Liste:

1. Alleine in den Urlaub fahren, an einen Ort, an dem ich noch nie war.

Urlaub gibt es erst im Sommer. Aber die Reise ist gebucht, und ich stecke mitten in der Planungsvorfreude. Madeira, ich komme! (Und weil ich die Reisevorbereitungen ausreichend finde, um zu garantieren, dass ich diesen Punkt auch umsetze, hake ich ihn jetzt schon ab. Bis August ist es schließlich noch so lange hin.)

2. Ein Wochenende lang nur tun, worauf ich gerade Lust habe, und nicht an Verpflichtungen denken.

Naja, genau genommen habe ich diesen Punkt schon erfüllt, bevor ich die Liste veröffentlichte – das vorletzte Wochenende verbrachte ich genau so, wie ich es wollte. Das Osterwochenende war sehr schön und relaxt, aber endete vorzeitig wegen Arbeitsverpflichtungen. Ich betrachte diesen Punkt trotzdem als abgehakt, allerdings mit dem Plan, meine freien Tage häufiger so zu gestalten.

3. Portugiesisch lernen.

Ich bin und bleibe dran. Dabei hilft mir duolingo, ein kleines Programm, das es sowohl als Internetseite als auch als App gibt und konzipiert ist, um Einsteigern ganz ohne Vokabellisten und Grammatiktabellen eine Sprache näher zu bringen. Inzwischen bin ich allerdings so weit fortgeschritten, dass ich mir demnächst eine kleine Grammatik besorgen werde, weil die Regeln allmählich zu komplex werden, als dass ich sie ganz intuitiv und ohne Erklärung verinnerlichen könnte. Aber ich möchte zumindest so viel können, um mich rudimentär auszudrücken und leichte Erklärungen, Schilder et cetera zu verstehen.

4. Lesen. Ganz viel lesen, all die Bücher, die bislang unbeachtet im Regal stehen.

Huh. Überhaupt kein Fortschritt. Ein Buch pickte ich mir heraus und schaffte gerade einmal das Herausgebervorwort, und zwischenzeitlich wurde ich mit einem weiteren Roman beschenkt. Irgendwie ist nicht so viel Lesezeit da.

5. Meine Studienbriefe nicht nur als abzuspeichernde Informationen betrachten, sondern als Einladung, in eine spannende Wissenswelt zu tauchen.

Ich gebe mir Mühe. (Und schreibe trotzdem gerade lieber einen Blogeintrag als eine Übungsaufgabe zum Thema Alteuropa.) Dieses Semester gibt es „Einführung in die Geschichtswissenschaft“; den Plan, parallel noch eine Hausarbeit in Literaturwissenschaft zu schreiben, habe ich schon so gut wie abgehakt. Geschichte ist schon interessant. Aber wahnsinnig viel Stoff, und im Moment fühlt es sich eher wie „ich sollte dringend mal weiterlernen, sonst wird das nie was mit der Klausur“ und nicht wie „yeah, endlich wieder eine Stunde Zeit für die Ständegesellschaft im Mittelalter!“ an.

6. Freunde einladen. Besuch bekommen, Zeit mit lieben Menschen verbringen.

Besuch hatte ich keinen. Eingeladen habe ich auch niemanden, mal abgesehen von der Einladung an die beste Freundin, die schon seit längerem offen ist und wegen vollen Terminkalendern beiderseits noch nicht eingelöst wurde. Aber ich war über Ostern bei meiner Familie und Menschen, die wie Familie sind, womit zumindest der letzte der drei Punkte abgehakt wäre. Aber den kann man sich eigentlich täglich neu vornehmen.

7. Briefe und E-Mails schreiben. Telefonieren. Kontakte pflegen.

Hm. Eher nicht so. Ein paar Oster-SMS und ein überfälliger Anruf, den ich schon seit zwei Wochen machen will und an den ich jedes Mal nur zu unpassenden Zeiten denke. Da ist noch Luft nach oben.

8. Scheu überwinden und auf fremde Menschen zugehen. Den ersten Schritt machen.

Auch nicht. Eigentlich hatte ich eine ziemlich introvertierte Woche. Mist.

9. Etwas Verrücktes tun. Wildfremde Leute zu einem Picknick einladen. Aufs Operndach klettern und einen Freudenschrei ausstoßen. Ein Bayernticket kaufen und mich in den nächsten Zug setzen, ganz egal wo er hinfährt.

Das Verrückteste, das ich in der letzten Woche tat, war… am Ostersonntag völlig overdressed in der Arbeit aufzukreuzen, weil eben Ostern war und ich sonst nie eine Gelegenheit habe, das wunderschöne Kleid mal auszuführen. Okay, ist noch nicht wirklich verrückt, ich gebe es zu.

10. Trinken. Flirten. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind. Leichtigkeit lernen.

Trinken: Ein Glas Wein. Flirten: Nur wenn ein kokettierender Blickwechsel mit einem Arbeitskollegen zählt, der mit allem flirtet, was zwei Beine und zwei Brüste hat. Dinge nicht ernster nehmen, als sie sind: Im Moment bin ich gegenüber ziemlich vielem ziemlich gleichgültig. Immerhin nehme ich die Dinge nicht extraschwer, aber von der erwünschten Leichtigkeit bin ich weit entfernt. Gerade ist es eher regenwolkengrau als himmelblau.

Advertisements

4 Kommentare zu “Die Liste – Woche 1

  1. Wie cool. Ich konnte mich gestern noch zurück halten nachzufragen. Das ist doch schon ein super Start. Wäre schlimm, wenn Du in der ersten Woche alles erledigt hättest.

  2. Na, für die erste Woche ist das doch schon mal ganz gut. Für mich selbst wäre ja der 1.Punkt die kniffligste Aufgabe und den hast du bereits abhaken können (Madeira ist eine tolle Insel!) Und dass du eher einen Blogbeitrag statt Übungsaufgaben über Alteuropa erfasst, finde ich persönlich ja sowieso besser 🙂

    • Man könnte sagen, dass mein inniger, mit von Frau Knobloch angeregter Wunsch, einmal Madeira zu sehen, der Auslöser (nicht der Grund) für meine erst kurz zurückliegende Trennung war. Deshalb war diese Reise, als trotziges jetzt-erst-recht, ganz weit oben auf der Prioritätenliste und zumindest die Buchung wurde so schnell wie möglich in die Tat umgesetzt. 🙂 Die Übungsaufgabe fing ich dann übrigens, von akut schlechtem Gewissen geplagt, gegen 22:30 Uhr noch an, aber fertig wurde ich dann doch nicht mehr… heute Abend bin ich dann mal fleißig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s