Boote in der Nacht

Liebe kann vieles, doch manchmal ist Liebe nicht genug.
Glaube ist stark, doch manchmal ist Glaube Selbstbetrug.
Wir wollten Wunder, doch sie sind nicht geschehn.
Es wird Zeit, dass wir uns endlich eingestehn:
Wir sind wie zwei Boote in der Nacht
Jedes hat sein eig’nes Ziel und seine eigene Fracht.
Wir begegnen uns auf dem Meer, und dann fällt der Abschied uns schwer.
Doch was uns treibt, liegt nicht in uns’rer Macht.
Wir sind wie zwei Boote in der Nacht
Jedes hat sein eig’nes Ziel und seine eigene Fracht.
Wir begegnen uns auf dem Meer, und sind mehr allein als vorher.
Warum wird uns das Glück so schwer gemacht?

(„Boote in der Nacht“ aus dem Musical „Elisabeth“)

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15 Kommentare zu “Boote in der Nacht

  1. Ach,,,welch traurige Melancholie / vielleicht sollten wir das Denken ändern. Die Ereignisse nehmen wie den Anblick scheuer Rehe im Abendrot / Freude über das soeben erlebte / so wie ein Kuss im flüchtigen / so wie eine Zauberschwalbe aus dem Hut des Lebens / Schönheit ist nicht haltbar

  2. Mit Musicals kann man mich jagen und auch mit den Sissi Filmen, aber Elisabeth ist ein Kracher. Jedes Mal (mittlerweile ist es einige Zeit her, aber ich habe es bestimmt 5-6x gesehen), wenn Elisabeth „Denn ich gehör nur mir“ singt, dann muss ich aber sowas von mit dem Pipi in den Augen kämpfen.

    • Elisabeth ist wirklich ein großartiges Stück. Es begleitet mich seit gut zehn Jahren, und ich finde es spannend, dass sich in meiner persönlichen Betrachtung dabei mehrmals die Prioritäten bzw. die Betrachtungsweise geändert haben; zuerst fand ich am spannendsten die Beziehung zwischen Elisabeth und dem Tod, dann lag mein Fokus auf ihrem Drang zur Selbstentfaltung und inzwischen beschäftigt mich am meisten die gescheiterte Beziehung zwischen Franz Joseph und Elisabeth. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt, das Stück werde ich jedenfalls weiter auf meinem Weg mitnehmen. (Rein interessehalber, wo hast du es eigentlich gesehen?)

      • In Wien. Ist aufgrund der Geschichte ideal, aber dieser morbide Charme passt dazu. Wir hatten es uns damals mehrmals hintereinander angeschaut. Es gab damals Stehkarten (die heißen anders, aber es fällt mir nicht mehr ein), so dass wir für sehr kleines Geld zuschauen konnten.
        Ich muss zugeben, dass ich die Tiefe des Stücks am Anfang gar nicht erfasst habe. Besonders den Tod hatte ich nicht richtig verstanden. Es war wie eine Erleuchtung, als ich das endlich kapiert hatte. Suicide is painless.
        Die Beziehung zu Franz Joseph ist wahrlich interessant und ein gutes bzw. schlechtes Beispiel wie etwas in die Brüche gehen kann, obwohl es beide eigentlich nicht wollen. Nicht das ich dabei gewesen wäre und nicht, dass ich mich in historische Quellen eingelesen hätte, aber ich habe das Gefühl, dass trotz aller Vorkommnisse, die Beziehung eine wesentlich bessere war als z. B. Charles und Diana, die von Anfang an nicht lebensfähig war.

        • Die Stehkarten gibts da immer noch. 🙂 Ich habe es dreimal in Wien und zweimal in Stuttgart gesehen und mochte die Wiener Inszenierung auch lieber, weil eben diese Morbidität, dieser dekadente Hauch einer untergehenden Gesellschaft dort besser rüberkommt. Und klar, die Stadt ist natürlich sehr passend (porca miseria!).
          Ich glaube, dass Elisabeth anfangs nicht klar war, worauf sie sich einlässt. Dass sie dachte, sie liebt ihn ja und er sie, dann wird sich alles andere schon fügen. Aber, manchmal ist Liebe allein eben nicht genug.

          • Ich denke, wenn man bzw. Frau wüsste was auf einen zukommt, wenn man mit einem führenden Politiker/in zusammen kommt, dann würde man diesen Schritt nicht gehen. Ich bin mir sicher, dass Jochen Sauer sich das mit Merkel gut überlegt hätte, wenn er damals gewusst hätte, dass sie einmal Kanzlerin wird. Er hat aber den Vorteil, dass er bereits ein eigenes Leben hat.
            Für Elisabeth ging es direkt von der behüteten Kindheit ins „Gefängnis“ mit Schwiegermutter, Hof und den ganzen K&K Problemen. Und das im Alter von 16 (?) Wenn man sich das vorstellt. Dich hätte jemand in der 10. Klasse aus der Schule geholt, Dich mit dem Kaiser von Deutschland verheiratet, der selbst von Tuten und Blasen keine Ahnung hat und nur auf seine Berater hört. Gruselig. Das kann eigentlich nicht funktionieren.

      • das ist wahr. dann kann man entweder mal hierhin, dorthin reisen. oder man lässt es ganz. oder man sucht ein gemeinsames neues. oder oder oder … die liebe ist ja nicht immer gleich groß und stark. manchmal ist sie so schwach, dass sie nicht mal über eine erste hürde kommt.

    • Da ich ungern pauschalisiere, kann ich dir diese Frage nur persönlich beantworten – und ich persönlich suchte genau dieses Zitat aus, weil es gerade zu meiner Lebenssituation passt. Die ist gerade eben eher traurig-melancholisch (auch wenn du mir das nicht ansähest, würdest du mich treffen). Wenn es mal wieder einen sonnigen Tag voll Glück gibt, werde ich auch entsprechend posten, keine Sorge!

      • Melancholie gehört zum Leben. Sie ist ein weites Feld, ein tiefes Meer. Aber das Ufer, der neue Tag, sie sind immer nur einen Schritt entfernt. Man muss ihn nur gehen (wollen). 🙂

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