Die roten Schuhe

Sie sieht noch einmal in den Spiegel. Schön ist sie, in ihrem weichfallenden Kleid und mit den vom Tanzen gefärbten Wangen. Dann zieht sie die roten Schuhe aus, die Schuhe, die sie so liebt, weil sie sich in ihnen wie eine Prinzessin fühlt. Sie setzt sich auf die Holztruhe, die in dem Raum mit dem Spiegel steht, aber sie schiebt sie in eine Ecke, weil sie ihr Gesicht im Spiegel nicht mehr ertragen kann. Ihre Körperspannung fällt in sich zusammen, als sie ihre Knie an ihr Kinn zieht und die Hände vor den Schienbeinen verschränkt. Die nackten Zehen wippen unschlüssig hin und her. Ihr Gesicht, inzwischen blass, erstarrt, aus der sich auflösenden Frisur fallen Strähnen in ihre Stirn. Sie schiebt sie nicht zurück an ihren Platz. Bis eben tanzte sie. Nun ist der Tanz vorbei.

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3 Kommentare zu “Die roten Schuhe

  1. Jeder Tanz geht irgendwann zu Ende, die Musikanten machen Pause. Gib acht, dass die Musik in dir nicht verloren geht, denn irgendwann beginnt ein neuer Tanz, und dann werden die roten Schuhe wieder gebraucht. Oder neue, wenn sie nicht mehr passen…

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