Wunschliste

Ich möchte mal wieder tanzen. In einem Ballkleid und hohen Schuhen. Ich möchte einmal wieder Theater spielen. Juchzend durch Sommerregen rennen. Laut schreien und mich danach richtig befreit fühlen. Ich möchte Blumen geschenkt bekommen, einfach so. Ich möchte mal wieder mit meiner besten Freundin einen Mädchenabend machen, Eis essen, Disney-Filme anschauen und über Gott, die Welt, die Männer und die Liebe quatschen. Ich möchte klettern gehen und die Spannung aushalten, wenn ich nicht ganz schwindelfrei hinunter sehe, aber im Hinterkopf weiß, dass ich an einem Seil hänge und gesichert bin. Ich möchte mit allen meinen Freunden eine riesengroße Gartenparty feiern. All den bislang ungelesenen Büchern in meinem Regal eine Chance geben. Ein phänomenal leckeres Essen kochen und genießen, vorzugsweise zu zweit. Einen Schlafanzug-Tag machen, wie früher, als alle Schulferien damit eingeläutet wurden, einen Tag lang das Haus nicht verlassen zu müssen. Einen Xbox-Marathon starten. Bei kitschigen Filmen eine Träne verdrücken. Nackt an der Brust des Richtigen einschlafen. Ein Bild malen, das selbst meinen eigenen kritischen Kriterien standhält. Ein traumhaft schönes Kleid für mich nähen. Nach Paris reisen. Ausgiebig massiert werden. Die vierte Staffel von Rizzoli & Isles anschauen. Die perfekten Cookies backen. Standhaft vegetarisch bleiben. Mir weniger was-wäre-wenn-Gedanken machen. Kurz, glücklich sein.

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10 Kommentare zu “Wunschliste

  1. Na da sind doch viele Sachen dabei, die man sofort umsetzen kann, also ran damit und warum nicht jeden Tag etwas? Eis essen zum Beispiel und dazu eines der Bücher, welches sonst unberührt verstauben würde. 😉 Oh und wenn du Theater spielen willst, bei uns gibt es offene Impro-Bühnen, einmal pro Monat oder sogar häufiger, vielleicht findest du etwas ähnliches in deiner Stadt.

    • Ja, Eis und Bücher gehen jeden Tag, das stimmt. (Wobei ich das Eis vorzugsweise mit meiner besten, leider 300 km entfernt lebenden Freundin esse…) Dass es Impro-Theatergruppen gibt, das weiß ich, und auch feste Laiengruppen sind nicht unerreichbar – bloß habe ich einen Job, in dem ich häufig fünf Mal die Woche abends arbeiten muss (an wechselnden Tagen natürlich, um ja jede Planung zunichte zu machen). Daran hat sich auch schon mein Traum, mal wieder in einem Chor zu singen, zerschlagen. Aber ich gebe die Hoffnung auf eine Zeit nach diesem Job nicht auf! 😉

      • 300 Kilometer für ein Eis das ist weit… erst am Sonntagabend erzählte ein guter Freund mir, wie ihn ein Freund besuchte, gute 200 Kilometer entfernt und ohne Anruf. Er stand mit einer DVD und einer Flasche feinsten Alkohols in der Tür und fuhr am nächsten Morgen wieder. Manchmal beschenkt einen das Leben dann auch wieder 😉

        Und beim Impro finde ich ja gerade so gut, dass man dafür nicht so viel planen muss und einfach hingeht, wenn es passt. Natürlich braucht es anfangs auch wieder Übung, aber zumindest muss man nicht ständig zu abendlichen Proben gehen, die man zuvor feinst herausgesucht hat.

        • Solche Aktionen sind großartig, auf jeden Fall!
          Ja, das ist beim Impro natürlich leichter als bei einer festen Theatergruppe. Bloß gehöre ich zu den Menschen, die so richtig frei und improvisierend nur Theater spielen können mit Menschen, denen sie vertrauen. Ergo, ich muss meine Mitspieler schon ein bisschen kennenlernen und mit ihnen warmwerden, deshalb sind mir so einmalige Theater-Dates eher nichts.

          • Ja, das verstehe ich, ich brauche auch zumindest so ein paar Freunde oder „Eingespielte“, dann fühle ich mich wohl auf der Bühne. Aber vielleicht, und diese Frage kannst nur du selbst dir beantworten, suchst du ganz unterbewusst nach einer Ausrede. Wir halten uns so oft von den guten Dingen ab, weil wir zu wissen glauben, dass es eh nicht klappt oder eh nicht gut wird. Ich bin da selbst ganz groß drin und muss da immer wieder aufpassen, mich nicht selbst zu blockieren. Ich hoffe, dass du bald zu ein paar Punkten auf deiner Liste kommst. 😀

          • Das kann sein, im unterbewussten Verdrängen bin ich auch große Klasse. Bei meinem Chor- und Theaterspielplänen glaube ich es zwar nicht; vor ein paar Wochen traf ich Menschen, mit denen ich eine Zeit lang Impro-Theater machte, und nach nur einem Abend mit total ziellosen Improvisationen verspürte ich sofort wieder dieses großartige Glücksgefühl, das kann selbst mein Unterbewusstes nicht schlechtreden. Aber ansonsten, ja, da ist vielleicht auch Verdrängung dabei. Deshalb habe ich es ja aufgeschrieben, um mich selbst zu erinnern an das, was mir wichtig ist.

          • Und das ist doch ein großartiger erster Schritt, zudem stehst du auch öffentlich dazu, also offensichtlich stellst du dich der Aufgabe und wirst es auch alles irgendwie wieder erleben dürfen 🙂

  2. Schön! Wie schön, dass das Leben aus Wünschen besteht und aus der Möglichkeit, diese Wünsche zu leben 🙂 Habe deine Seite gerade „zufällig“ entdeckt und passend hierzu der Link auf meinen Blog, in dem ich täglich Sätze sammle, die mir irgendwo begegnen. Passend zu deiner schönen Wunschliste: http://mbeyersreuber.wordpress.com/

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