Frei

Ich erinnere mich an einen Tag, es muss Spätsommer oder Frühherbst gewesen sein. Ich war bei meiner Familie und wurde von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Es war still im Haus, nur meine Mutter war schon auf den Beinen, die einzige Frühaufsteherin der Familie. Ich zog mich an und ging mit den beiden Hunden spazieren. Es war kühl, windig, nicht unangenehm, sondern frisch. Die Sonne blinzelte, aber wärmte noch nicht richtig. Ich trug meine grüne Regenjacke und hatte in jeder Hand eine Hundeleine. Die Hunde waren ausgeschlafen, bewegungsfreudig, sie tänzelten um mich herum, ich hatte Mühe, die Leinen immer entwirrt zu halten. Außer uns war niemand unterwegs, selbst die Kühe auf der Weide blickten noch ganz verschlafen drein. Wir liefen, die Hunde schnupperten ausgiebig an Bäumen, Grasbüscheln und Holzstapeln, dann rannten wir. Links ein weißer Wirbelwind und rechts ein grauer, in der Mitte der grüne Regenjackenfarbklecks, bergab, immer weiter, dem Wind getrotzt und der Sonne entgegen. Lange habe ich mich nicht mehr so frei gefühlt wie in diesem Moment.

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