Trauerarbeit

Jetzt habe ich schon eine Weile nichts mehr gepostet. Das liegt nicht daran, dass mir nichts mehr einfällt, und auch nur bedingt am üblichen Vorweihnachtsstress. Was mich zur Zeit beschäftigt, ist ein trauriger Vorfall, der sich Anfang der Woche ereignete: Die Tochter einer Kollegin, ein Mädchen im Teenager-Alter, starb. Ganz plötzlich, auf eine sehr unschöne Art und Weise und unter teilweise ungeklärten Umständen – man wird wohl nie zweifelsfrei herausfinden, ob es sich um einen Unfall oder einen Selbstmord handelte.

Nun kannte ich das Mädchen nicht. Und mit ihrer Mutter arbeite ich ganz gut zusammen, wir sind aber nicht privat befreundet. Trotzdem hat mich dieses Ereignis sehr mitgenommen. Zuerst wirkte es so surreal; meine Kollegin hatte mir doch gerade noch von der Weisheitszahn-OP der Tochter erzählt, und angekündigt, dass sie im Frühjahr eine Woche Urlaub haben möchte, um die Feier zur Konfirmation vorzubereiten. Da kann das Kind doch nicht auf einmal tot sein. Das kann nicht sein! In mir sträubte sich alles. Aber es war wahr. Und langsam fängt ein Denkprozess an, in dem es darum geht, weniger für morgen und mehr für heute zu leben. Ich bin noch nicht besonders gut darin, aber ich will das üben. Ändern, was mich stört, und nicht auf eine ferne Zukunft hoffen, in der alles besser sein wird. Denn ganz schnell gibt es keine Zukunft mehr.

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4 Kommentare zu “Trauerarbeit

  1. Das ist verdammt heftig, aber was rede ich hier, denn ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung habe, so etwas ist in meinem Freundeskreis nie passiert… Ich wünschte, ich könnte dir gerade Trost spenden und dir irgendwie ein gutes Gefühl geben, aber wie? Fühle dich (wenn auch nur virtuell) herzlichst gedrückt!

  2. Der Tod ist hinterhältig und hols ich uns eiskalt, ohne vorher zu Fragen. Er gehört zum Leben, wie das Lachen, das Weinen, das Lieben und Fröhlich sein. Ich hoffe die Eltern und alle Angehörigen findet viel Kraft und Halt, um diese schweren Stunden ihres Lebens bewältigen zu können und haben liebe Menschen an ihrer Seite, die ihnen beistehen, sie unterstützen und sie auf diesen unbegreiflichen Weg begleiten. Fühl dich gedrückt.

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