Beziehungssachen

Beziehungen sind eine schwierige Sache. Umso mehr, wenn man sich nur selten sieht und wenn beide so harmoniebedürftig sind, dass Streitereien höchstens indirekt ausgetragen werden – Schweigen an unpassender Stelle, Themenwechsel bei heiklen Angelegenheiten, pauschale Floskeln, sich nicht festlegen wollen.

Dieses Wochenende begann so, oder so ähnlich; in jedem Fall höchst ungut für mich und vermutlich auch für ihn. Kein Streit, kein Türenknallen, kein Anschreien, keiner, der wutentbrannt die Wohnung verlässt. Das ist nicht unsere Art. Wir sind beide eher subtil veranlagt. Sein Schweigen kann reichen, um mich zum Weinen zu bringen, und ich kann ihn mit meinem Faible für ausweichende Antworten zur Weißglut treiben. Am Freitag Abend war es mal wieder so weit. Einschlafen in einem 1,40 m breiten Bett und zwischen uns mindestens 80 cm, jeder ist zur Bettkante gedreht, keiner kann einschlafen, jeder hängt seinen Gedanken nach, zwischen uns ein Schweigen der negativen Art. Der Samstag begann furchtbar. Aber er endete wunderschön. Das ist noch kein Happy End. Noch lange nicht. Eine Beziehung ist Arbeit, das ist ja schon eine Binsenweisheit, und eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die nicht nur sehr unterschiedlich sind, sondern auch beide ihren Platz im Leben noch nicht so richtig gefunden haben, ist vermutlich eine Sisyphosaufgabe. Aber so lange wir noch reden, immer wieder neu „in Beziehung treten“, so lange wir uns noch bemühen, den anderen ganz wahrzunehmen und zu akzeptieren, so lange wird es gut gehen. Oder? Wir werden sehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s