Mikrowellenküche

Heute kam ich spätabends aus der Arbeit und hatte einfach nur furchtbaren Appetit auf etwas Süßes. Genauer gesagt: Auf irgendetwas Schokoladiges und Teigiges, also: Kuchen, Brownie, Cookie, Schokocroissant, aber nicht: pure Schokolade, Eis oder Marshmallows, worin sich der Inhalt des Kühl- und des Küchenschrankes erschöpfte. Eine Viertelstunde gelang es mir, mir selbst einzureden, Wasser trinken würde reichen, um mich von meinem Heißhunger abzubringen. Funktionierte nicht. Auf großartiges Backen hatte ich aber um 22:45 Uhr auch keine Lust. Also setzte ich mich wieder einigermaßen frustriert vor den PC, um mich mit ziellosem Surfen durch meine irgendwann mal als Favoriten abgespeicherten Internetseiten abzulenken. Und was tritt da unverhoffterweise in meinen hungrigen Blick? Ein Artikel mit dem wunderschönen Namen „18 Microwave Snacks You Can Cook In A Mud“. Neue Hoffnung keimt im Magen auf; ich finde ein Rezept für einen „Nutella Mug Cake“, das mir in zweieinhalb Minuten einen leckeren schokoladigen Kuchen in Tassengröße verspricht. Ein kurzer Blick über die Zutatenliste lässt ebenfalls hoffen, alles gängiges Inventar – bis auf das „self-rising flour“, von dem ich bis dato noch nie gehört hatte. Eine kurze Nachfrage bei Tante Google bringt ans Licht, dass es sich dabei (wie der Name bereits vermuten lässt) um eine fertige Mehl-Backpulver-Mischung handelt. Das kriege ich auch selber hin und gebe zu den vier Löffeln Mehl einfach noch eine gute Prise Backpulver. Die restlichen Zutaten dazu, gut verrühren und für anderthalb Minuten in die Mikrowelle. Tatsächlich geht die Mischung wie durch Zauberhand auf und als das Gerät seinen Piepton abgibt, erwartet mich eine Tasse Kuchen, so merkwürdig das für meine in dieser Hinsicht vielleicht altmodischen Ohren auch klingen mag. Die Mischung ist noch nicht ganz perfekt; für meine Verhältnisse hätte es ruhig etwas süßer sein dürfen und, wie ich bei weiterführenden Internetrecherchen feststelle, enthält das originale „self-rising flour“ außer Backpulver auch noch etwas Salz, dessen Fehlen ebenfalls spürbar ist. Aber nichtsdestotrotz: Für den spontanen Hunger zwischendurch und wenn sonst nichts Passendes im Haus ist, werde ich den Tassenkuchen im Hinterkopf behalten – oder auch mal einen seiner Verwandten (ich sage nur: Cookie In A Mug, Rezept Nr. 15) ausprobieren.

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